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Stand: 10.05.2018

<< Zurück Geschichte der Waldarbeitermeisterschaften in den neuen Bundesländern

 Leistungsausscheide der Motorsägenführer in der DDR

 
Die Waldarbeitsmeisterschaften in den neuen Bundesländern können auf eine lange Tradition aufbauen. Vor 45 Jahren (1962) wurden in der Oberförsterei Bad Klosterlausnitz (Thüringen) erstmals die besten Motorsägenführer ermittelt. Diese und nachfolgende Meisterschaften der Waldarbeiter bestanden aus der Disziplin Fälltechnik, während die Disziplinen Kombinationsschnitt, Präzisionsschnitt und Entastung vorerst nicht ausgetragen wurden. Mit der XI. Meisterschaft im Jahre 1976 im Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb (StFB) Wermsdorf wurden dann auch von jedem Teilnehmer die Bewältigung weiterer Disziplinen abgefordert.

Einheitliche Arbeitstechniken (TGL) und Bewertungskriterien wurden in Zusammenarbeit mit erfahrenen Motorsägenführern und Mitarbeitern des Instituts für forstliche Arbeitslehre und Forsttechnik Eberswalde erarbeitet.

 

 

I. Zentraler Leistungsvergleich 1962

 
Die im Wettkampf zu fällenden Bäume hatten einen Durchmesser bis zur einfach nutzbaren Schwertlänge. Der größte Zeitgewinn konnte durch eine fachgerechte Fallkerbanlage errungen werden. Durch eine fachgerechte Fallkerbanlage wird
a) die Fällrichtung bestimmt
b) im Zusammenhang mit der Bruchstufe und Bruchleiste die Fallgeschwindigkeit erhöht
c) eine Holzentwertung vermieden
d) eine maximale mögliche Wertschöpfung erreicht.
Arbeitssicherheit und maximale Wertschöpfung waren eine wichtige Voraussetzung in der Holzernte.
Die Bewertung erfolgte nach folgendem Punktsystem:
 
Schnittzeit
60 Punkte
Fallkerb
3 Punkte
Fällschnitt (Bruchstufe)
5 Punkte
Bruchleiste
3 Punkte
Fallrichtung
3 Punkte
Stockhöhe
6 Punkte
Arbeitsfertigkeiten
10 Punkte
Unfallschutz (UVV)
10 Punkte
Gesamt
100 Punkte
 

 

 

 

 

Im ersten Leistungsvergleich wurde von der Bewertungskommission das Auslassen des Splintschnittes bemängelt, fast alle Teilnehmer haben diese Schnittführung unterlassen.

Die Sieger des ersten zentralen Leistungsvergleiches 1962 (Gesamtwertung):
 
Platz / Name / Betrieb
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
1. Hans Geyer, StFB Eisenach
5693,2
54
173
227
25,08
60,0
18,3
8,5
7,6
94,4
2. Otto Stephan, StFB Nedlitz
7183,5
102
206
308
23,32
55,8
19,0
6,7
9,3
90,8
3. Max Rehbom, Bez. Postdam
7764,7
83
267
350
22,18
53,10
17,0
7,7
9,5
87,3
4. Hans Müller, StFB Annaberg
5427,2
84
209
293
18,52
44,3
20,0
9,3
9,7
83,3
 

 

 

Erläuterung zur Tabelle:

Kreisfläche cm²; 2.) Fallkerb schneiden in sec.; 3.) Fällschnitt führen in sec.; 4.) Schnittzeit Summe sec.; 5.) Schnittleistung cm²/sec.; 6.) Schnittzeit Punkte; 7.) Qualität Punkte; 8.) Arbeitsfähigkeiten Punkte; 9.) UVV Punkte; 10.) Gesamtpunkte; StFB = Staatlicher Forstwirtschaftsbetrieb
 
 
 
 
Bis 1971 wurden jedes Jahr zentrale Leistungsvergleiche der Motorsägenführer ausgetragen. Nach einer dreijährigen Unterbrechung wurde vom 16.10. bis 18.10.1974 der

 X. Zentrale Leistungsausscheid

 
der Motorsägenführer im StFB Dresden durchgeführt. Hier kämpften 22 Starter und Lehrlinge nach einem neuen Bewertungssystem um höchstmögliche Ergebnisse. Im mündlichen und schriftlichen Teil mussten die Teilnehmer ihr theoretisches Wissen unter Beweis stellen, danach erfolgte der praktische Teil.
Bei strömenden Regen musste im praktischen Teil jeder Teilnehmer zwei Buchen, zwei Fichten und zwei Kiefern fachgerecht fällen.
Neben den sehr guten Leistungen wurden aber auch verschiedene Mängel und Schwächen deutlich. In der Reihenfolge ihrer Häufigkeit traten folgende Fehler auf:
 
I. Qualitätsverstöße
 
 
Prozent
Anzahl
1. Einhaltung der Fällrichtung
62
50
2. waagerechter Fällschnitt
62
50
3. Breite der Bruchleiste
58
46
4. Länge der Bruchleiste
49
39
5. Fallkerbanlage
37
30
6. Wertminderung
13
10
 
 

 

 

 

 

II. Mängel im Arbeitsschutz

 
 
Prozent
Anzahl
1. Splintschnitt
36
29
2. Sektorenschnitt
26
21
 

 

Wegen „totschneiden“ eines Baumes wurde ein Starter disqualifiziert. Trotz des sehr lückigen Bestandes wurde ein Baum „aufgehängt“ und musste somit aus der Bewertung. Folgende Teilnehmer errangen im Wettkampf die Gold-, Silber- und Bronzemedaille:

 
Platz
Name
Betrieb
erreichte Punktzahl
1.
Fischer
VVB Suhl
950
2.
Heller
VVB Suhl
939
3.
Stephan
VVB Potsdam
898
4.
Schönherr
VVB Karl – Marx – Stadt
896
 

 

 

Die Lehrlinge belegten folgende Ränge:

 
Platz
Name
Betrieb
erreichte Punktzahl
1.
Reumuth
VVB Waren
802
2.
Bach
VVB Suhl
713
3.
Quer
VVB Potsdam
571
 

 

 

In der Mannschaftswertung erreichten die Motorsägenführer der VVB Forstwirtschaft Suhl den ersten Platz (VVB = Vereinigte – Volks – Betriebe).

 
 
 
 
Der XI. Zentraler Leistungsvergleich wurde erstmalig auf der Grundlage der internationalen Wettbewerbsregeln durchgeführt.
 
XI. Zentraler Leistungsvergleich
 
Mit dem XI. Zentralen Wettkämpfen stellten 30 Teilnehmer in der Zeit vom 20. bis 22.10.1976 im StFB Wermsdorf ihr Können unter Beweis. Nach dem nun geltenden internationalen Regelwerk galt es folgende Disziplinen zu absolvieren:
- Kettenwechsel (Vorbereitung der Säge)
- Kombinationsschnitt (kombinierte Ausformung)
- Präzisionsschnitt (Genauigkeit des Schneidens)
- Fällen
- Entasten.
 
In den einzelnen Disziplinen wurde neben der Ermittlung der Bestzeiten, besonderes Augenmerk auf Qualität, Genauigkeit, Fertigkeiten und Einhaltung der UVV gelegt.
Im Motorsägenausscheid 1976 holten die Thüringer die ersten Plätze:
 
Start – Nr.
Name
Betrieb (StFB)
Gesamtpunkte
Platz
11
Fischer, Eugen
Ilmenau
753,5
1.
16
Hörselmann, Peter
Eisenach
741,1
2.
19
Röder, Manfred
Meiningen
701,3
3.
 

 

 

Von den sächsischen Teilnehmer belegten:

 
Start – Nr.
Name
Betrieb (StFB)
Gesamtpunkte
Platz
28
Richter, Siegfried
Wermsdorf
584,3
6.
31
Schönherr, Ernst
Schwarzenberg
560,1
7.
12
Gäbel, Ernst
Tharandt
544,4
9.
2
Nowak, Fritz
Eibenstock
525,3  
10.
 
 

 

 

 

XX. Zentraler Leistungsvergleich 1988

 
Der XX. Leistungsvergleich der MKS – Führer fand vom 29. bis 31. August 1988 im StFB Ilmenau/Thüringen statt. Startberechtigt waren die besten Motorsägenführer der einzelnen Bezirke, am Wettkampf beteiligten sich 16 Starter.
Sieger des XX. Leistungsvergleich wurde Gert Grüner vom StFB Dübener Heide, in der Altersklasse bis 30 Jahre konnte W. Berlin vom StFB Gardelegen als Bester ermittelt werden. In der arbeitsschutzgerechten Durchführung wurde als Bester Andreas Kaden vom StFB Tharandt ausgezeichnet. Die ersten Plätze gingen an:
 
Platz
Name
Bezirk
Betrieb
Gesamtpunkte
1.
Grüner, Gert
Halle
Dübener Heide
1446
2.
Wilhelm, Rainer
Suhl
Suhl
1349
 
3.
Kaden, Andreas
Dresden
Tharandt
1315
8.
Schönherr, Ernst
K. – M. – Stadt
Schwarzenberg
1231
 
 

 

 

 

XXI. Zentraler Leistungsvergleich

 
Hervorgegangen aus den Wettbewerben der Betriebs- und Bezirksausscheide, traten vom 12. bis 14. September 1989 in der Oberförsterei Güntersberge (StFB Ballenstedt) 17 Motorsägenführer zum XXI. Leistungsvergleich an. In der Disziplin Fällen musste 1 Buche (Durchmesser in 1m Höhe = 57 cm) und 1 Fichte (Durchmesser in 1 m Höhe = 50 cm) bei böigen Wind in der vorgegebenen Richtung gefällt werden. Diese Disziplin meisterte Andreas Kaden vom StFB Tharandt mit dem 1. Platz. In der Wettbewerbsdisziplin Entastung trug Gottfried Schädlich (StFB Gera) den Sieg davon. Die 25 Äste mit einer Astdurchmessersumme von 2955 mm wurden in 30 sec. vom Stamm entfernt. Als Bestzeit mit 49 sec. im Kettenwechsel und Kombinationsschnitt wurde Gottfried Schädlich ermittelt. Den 1. Platz in der Disziplin Präzisionsschnitt konnte Hans–Georg Kämpfer vom MFB (Militär – Forst – Betrieb) Erfurt erkämpfen.
Den Gesamtsieg des XXI. Leistungsvergleiches gewann Gottfried Schädlich. Auf der feierlichen Abschlussveranstaltung konnte er den vom Landwirtschaftsministerium gestifteten Pokal in Empfang nehmen.
 
Mit der Wiedervereinigung wurden und werden Waldarbeitsmeisterschaften auf Länder- und Bundesebene ausgetragen.
 
 
 
Andreas Henke

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